• Okonomiyaki

Okonomiyaki (japanische Pfannkuchen)

Das erste Mal habe ich Okonomiyaki in Tokio gegessen. Wir hatten uns eine Liste von Dingen gemacht, die wir unbedingt probieren wollten, solange wir in Japan sind und hatten noch 3 Tage für Okonomiyaki und Curry. Als wir in unserer letzten Unterkunft ankamen, haben wir deshalb gleich beim Herbergsvater nachgefragt, wo man in der Nähe Okonomiyaki bekommen kann. Er schien sichtlich aufgeregt und wir konnten unsere Taschen gar nicht schnell genug abstellen, damit er uns gleich zum Restaurant bringen konnte. Dort angekommen, wurde die Aufregung noch größer, denn es gab keinen freien Platz mehr. Natürlich habe ich nichts von dem Gespräch zwischen ihm und der Restaurantbesitzerin verstanden, bis wir unsere Schuhe wieder anziehen und gehen mussten. Aber gleich kam die Erleichterung: Wir sollen in einer Stunde wiederkommen.

Eine Stunde später wurden wir dann mit offenen Armen empfangen. Schuhe aus und ab an den Tisch. Am Tisch neben uns saß eine Großfamilie, die gerade dabei war zu gehen. Zwei der japanischen Mädchen vom Tisch nebenan, saßen plötzlich neben mir und hielten mir grinsend ihr Mobiltelefon hin auf dem stand: „Can we take a picture?“. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Und so schwirre ich jetzt wahrscheinlich auf irgendeinem japanischen Instagram-Account rum. Gebt mir Bescheid, wenn ihr mich entdeckt.

Okonomiyaki-Restaurant

Zurück zum Essen – normalerweise brät man sich Okonomiyaki selbst auf der, im Tisch eingelassenen, Eisenplatte. Da wir aber wohl ziemlich hilflos aussahen, hat uns die Restaurantbesitzerin geholfen.

Die Bonitoflocken tanzten noch leicht auf dem ersten Stück Okonomiyaki, dass wir uns in den Mund schoben. Säure von der Mayonnaise; und der dunklen Okonomiyakisauce, Süße – ist das auch die dunkle Sauce? Umami – definitiv vom Bonito. Der knackige Kohl in dem sonst weichen Pfannkuchen – lecker! Ich bin so fasziniert, wenn ich etwas zum ersten Mal esse, insbesondere in Japan. Nachdem also erst einmal schweigend gegessen und genossen wurde, wollten wir gleich den nächsten Okonomiyaki. Oder besser gleich zwei. Mittlerweile hatte sich auch die Mama der Restaurantbesitzerin zu uns gesellt und konnte es gar nicht fassen. Normalerweise teilt man sich einen Okonomiyaki. Wenn man hungrig ist, isst man vielleicht einen Ganzen allein, aber unser Hunger schien sie auf eine Art, die sie durchaus amüsierte, zu überfordern.

Tofu und Okonomiyaki

Am Ende des Abends durften wir nicht gehen, ohne den japanischen Garten hinter dem Haus bestaunt und noch einige Gastgeschenke mitgenommen zu haben. (Ich habe jetzt ein paar wirklich coole Socken.)

Ich weiß, dass Okonomiyaki zu Hause niemals dieses Erlebnis ersetzen können, denn wer sich etwas mit japanischer Kultur beschäftigt hat, weiß, dass das „Drumherum“ in Japan eine wesentliche Rolle spielt. Man kann sich aber etwas Japan nach Hause holen und das Ganze zelebrieren, als wären es eben nicht nur japanische Pfannkuchen. Nehmt euch Zeit, holt die guten Stäbchen und die hübschen Schälchen raus und trinkt zum Abschluss vielleicht noch einen Sake. Kanpai!

Rezept für zwei kleine oder einen sehr großen Pfannkuchen:
Okonomiyaki (japanische Pfannkuchen)
Zutaten
  • 150g Weißkohl, in feine Streifen geschnitten (siehe Foto)
  • 150g Mehl
  • 100ml kaltes Wasser (oder Dashi-Brühe, wenn es ganz original werden soll)
  • 1 Ei
  • Gemüse nach Wahl, z.B. Paprika, Frühlingszwiebeln, Mais, Pilze (letzteres auf jeden Fall vorher kurz anbraten)
  • Öl zum Braten
Aus dem Asialaden
  • rosa Sushi-Ingwer, in Streifen geschnitten
  • Nori-Flocken
  • Bonito-Flocken (für die vegetarische Ausführung, einfach weglassen)
  • Okonomiyakisauce
  • japanische Mayonnaise (ihr könnt auch normale nehmen, die ist aber meist viel süßer)
Zubereitung
  1. Es steht zwar schon bei den Zutaten, aber hier noch einmal der Hinweis: Den Kohl wirklich fein schneiden ist wichtig.
  2. Mehl und Wasser zu einem halbwegs glatten Teig verrühren. Es darf noch etwas klumpig sein.
  3. Dann das Ei dazu geben und nochmals rühren.
  4. Mit einer Prise Salz würzen. Das war´s.
  5. Jetzt kommt der Kohl dazu.
  6. Ich mag es gern die "Füllung" vorher kurz in etwas Öl anzubraten. Das sind klassisch Garnelen oder auch Oktopus, aber die vegetarische Variante ist auch ziemlich lecker.
  7. Obenauf kommt dann entweder der ganze Teig in einer großen Pfanne oder die Hälfte des Teiges, wenn es zwei kleinere Pfannkuchen werden sollen.
  8. Auf den Pfannkuchen etwas Ingwer geben und vorsichtig in den Pfannkuchen drücken.
  9. Nachdem die erste Seite 6-8 Minuten gebraten wurde und von unten goldbraun ist, wird der Pfannkuchen, am besten mit zwei Pfannenwendern, gewendet. Das erfordert etwas Übung. Alternativ einen Teller verkehrtherum auf die Pfanne legen, den Pfannkuchen darauf stülpen und von dort in die Pfanne gleiten lassen.
  10. Dann noch einmal 3-5 Minuten braten bis auch die zweite Seite eine schöne Farbe bekommen hat.
  11. Auf ein (oder zwei Teller) geben.
  12. Im Zikzak Okonomiyaki-Sauce und Mayonnaise darauf verteilen.
  13. Mit Nori- und Bonito-Flocken bestreuen und so schnell wie möglich servieren.
 

Weißkohl

Gemüse und Ei

Ingwer

Okonomiyaki in Bratpfanne

Okonomiyaki

Und noch ein Filmchen von den tanzenden Bonito-Flocken:

 

2 Kommentare

  • comment-avatar
    Dr. Chr 21. Januar 2020 (14:14)

    oh wie toll – ich werde es nachkochen

    • comment-avatar
      Nanc 21. Januar 2020 (16:18)

      Yeah! Berichte wie es gemundet hat.

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