Freitag Nachmittag. Der Kofferraum des kleinen Autos ist übervoll mit Lebensmitteln. Neben mir liegt auf der Rücksitzbank die Diskokugel, die mich jedes Mal anstrahlt, wenn die Sonne kurz zum Fenster hereinscheint. Wir fahren aufs Land, richtig weit raus, bis alle Balken des Telefons nur noch hellgrau sind. Absolute Ruhe.
Nachdem wir auf der einzigen Straße des Dorfes dreimal falsch abgebogen sind, stehen wir vor unserem Häuschen fürs Wochenende und schälen uns vorsichtig aus dem Auto, um erst einmal das Grundstück zu erkunden. Die grüne Farbe des Holztores blättert bereits überall ab, der Garten neben dem Haus ist eine Mischung zwischen wild gewachsen und angelegt und dahinter liegt eine Wiese auf der am Ende eine Feuerstelle zu sehen ist. Dann nur Feld und Wald. Neben der Wiese gibt es noch eine alte Scheune und auf der Rückseite dieser steht ein alter Bauwagen, bunt angemalt, und eine Hollywood-Schaukel und ein riesengroßes Badefass. Frau C. und ich machen uns sofort daran selbiges mit Wasser zu füllen. Für beseelte Gespräche mit Sterne gucken zu späterer Stunde.
Dann erkunden wir das Innere des Hauses. Die Küche und das Wohnzimmer bilden einen großen Raum. Die linke Wand des Wohnzimmers besteht aus einer großen Fensterfront, mit Blick auf die Wiese und das Feld, und an deren Ende steht der Kamin, mit dem das ganze Haus beheizt wird. Das Feuer brennt bereits.
Lila hat es sich schon auf dem großen roten Teppich vorm Sofa gemütlich gemacht und starrt nach draußen aufs Feld. Langsam packen wir alle Lebensmittel aus und stapeln sie beinahe artistisch im Kühlschrank, auf dem Kühlschrank, in Regalen, auf dem langen Tisch in der Küche und im Keller. Dann geht es auch schon los mit der Vorbereitung fürs Frühstück. Ich mache Porridge über Nacht und Pasta-Kichererbsensalat, der nach kürzester Zeit nur noch „Eiersalat ohne Eier“ hieß, denn genauso schmeckt er.

21Garten und ScheuneFass+WagenWohnzimmerKücheneinblickGewürze

Abend 1: Pizza

Nachdem das Frühstück vorbereitet ist, wird die Tomatensauce für die Pizza gemacht. Den Pizzateig für das Abendessen hatte ich bereits am Vortag angesetzt, nach einem Rezept von Lutz Geißler. Es ist das einfachste, dass er bis dato auf dem Blog hatte und der Teig schmeckt fantastisch. Probiert selbst. Das Rezept gibt es hier.

Küche+Nancy+LilaZwiebelnNudelholzPizzateigwurfPizza kurzm vorm Ofendinner table

Wir essen Pizza bis alle pappsatt sind und begeben uns dann zur Verdauung mit einem Glas Wein auf die Tanzfläche bis pünktlich um Mitternacht auf Frau C. angestoßen wird.

Diskokugel

Tag 2 – Frühstück: Porridge und falscher Eiersalat

Samstag Vormittag. Erstmal ein Kaffee, damit auch die Langschläfer vom Kaffeeduft geweckt werden.

KaffeePorridge über Nacht:
Porridge

Porridge und Teefalscher Eiersalat
falscher Eiersalat

Frühstückstisch

Alle ausgeschlafen? Satt? Dann geht es nach draußen zu einem langen Spaziergang, bevor am Nachmittag die restlichen Gäste anreisen.

FeldspazierenBlumenLila

Lila scheint der Spaziergang gut gefallen zu haben.

Als wir zurückkommen, sind die anderen schon da und es ist Zeit für Geburtstagskuchen, den Frau K. mitgebracht hat: Rhabarber und Vanille auf einem knusprigen Mürbeteig und obenauf Baiser.

FrauC+Kuchen

Tag 2 – Abendessen: Gegrilltes und Grapefruitsalat

17:00 – Es ist Zeit mit einem Gin and Tonic auf das Geburtstagskind anzustoßen. Prost!

GinAndTonic

Bald danach wird der Grill angeworfen. Herr K. bereitet Steaks und Halloumi.
Dazu gibt es unter anderem Salat mit Grapefruit mit dem allerbesten Dressing überhaupt, wie ich finde.

GrillGrapefruitsalat

Brot von Herrn K.

Noch etwas Brot für die Sauce (oder wahlweise das Dressing),
etwas Käse für das Brot,
etwas Wein für den Käse.

Und zurück auf die Tanzfläche…

Tanz-NTanz-A

Tag 3 – Frühstück: Pfannkuchen mit Blaubeeren

Sonntag, 10:30Uhr. Ich tapse ganz langsam die Treppe hinunter in die Küche. Erstmal einen Kaffee. Lila gesellt sich zu mir und dem Kaffee und wir gehen zu dritt raus in den Garten. Hinten auf der Bank zwischen Wiese und Acker setze ich mich und genieße die Stille bis Lila beschließt in einem beachtlichen Tempo zum anderen Ende des Felds zu sprinten. So komme ich dann also an diesem Morgen noch unfreiwillig zu meinem Frühsport.
Wieder zurück sehe ich wie Frau K. bereits leckere Pfannkuchen zubereitet, die später mit Blaubeeren serviert werden. Das Rezept hat sie vom klitzekleinen Blog. Ihr findet es hier.

Pfannkuchen1Pfannkuchen2Auf halber Treppe

Tag 3 – Abendessen: Blätterteigtarte und Gemüselasagne

Am Abend ist die Hälfte der Gäste bereits abgereist und wir kochen noch ein letztes Mal: Eine wunderbare Blätterteigtarte mit Blauschimmelkäse von Frau M. und die berühmte Gemüselasagne von Frau S.

Die Blätterteigtarte

Zutaten:

  • 2 Birnen
  • 150g Blauschimmelkäse
  • 150g Walnusskerne
  • Honig
  • Blätterteig
  • Rosmarinzweige

Zubereitung:

    1. 1. Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.
    1. 2. Den Blätterteig auf Backpapier auf einem Backblech ausrollen
    1. 3. Die Birnen entkernen, in Scheiben schneiden und auf dem Blätterteig verteilen.
    1. 4. Den Käse grob in etwa 3cm große Stücke rupfen und auf die Birnen geben.
    1. 5. Die Walnusskerne in einer Pfanne rösten. Zum Schluss bei niedriger Temperatur einen großen Esslöffel Honig zu den Kernen geben und vermengen bis alle etwas Honig abbekommen haben.
    1. 6. Einige kleine Zweige Rosmarin obenauf und dann das Ganze etwa 20-25 Minuten backen.

Dazu gab es Feldsalat, der vom Vorabend übrig geblieben war.

Blätterteig
Die Blätterteigtarte kurz bevor sie in den Ofen kam

Blätterteig2Wir nehmen die Sache ernst
Man könnte meinen wir verstehen keinen Spaß beim Essen.

Die Gemüselasagne

Gemuese

Für die Gemüselasagne benötigt ihr Béchamelsauce. Das Rezept findet ihr hier auf dem Blog. Allerdings benötigt ihr ein wenig mehr als im Rezept angegeben, nämlich 70g Butter, 70g Mehl und 700g Milch.

Gemüselasagne

Rating 

Zutaten
  • 2 rote Zwiebeln
  • 5 Stangen Sellerie
  • 3 Möhren
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Topf Basilikum
  • 3EL getrockneter Oregano
  • 2 Zucchini
  • 250g Parmesan
  • 200g braune Champignons (optional)
  • 2 Dosen Pizzatomaten
  • 200ml Weißwein
  • 2 Mozzarella
  • 2 große Tomaten
  • Lasagneblätter
  • Béchamelsauce
  • Olivenöl
  • Butter
  • Salz
  • Pfeffer
Zubereitung
  1. Zwiebeln, Sellerie, Möhren, Zucchini und Champignons in etwa 1cm große Würfel schneiden.
  2. Parmesan reiben
  3. Den Basilikum komplett abernten. Die Blätter in den Kühlschrank stellen und die Stengel fein hacken.
  4. Die Knoblauchzehen ebenfalls fein hacken.
  5. In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen.
  6. Zunächst die Zwiebeln in den Topf geben bis sie glasig sind.
  7. Parallel die Champignons in einer Pfanne mit Butter braun werden lassen. (optional)
  8. Dann nach und nach zuerst die Sellerie, dann die Möhren, den Knoblauch und die Champignons in den Topf mit den Zwiebeln geben.
  9. Wenn alles etwas angeröstet ist, mit 200ml Weißwein ablöschen.
  10. Die Pizzatomaten zusammen mit den Basilikumblättern (eine kleine Hand voll aufheben für später), dem Oregano und einer Hand voll Parmesan zum Gemüse geben.
  11. Alles eine halbe Stunde köcheln lassen.
  12. Den Topf vom Herd nehmen und die Zucchini vorsichtig unterrühren.
  13. Den Backofen auf 220°C Ober-Unterhitze vorheizen.
Die Schichtung
  1. In die Auflaufform erst Gemüse geben.
  2. Darauf kommen Lasagneblätter.
  3. Dann Béchamelsauce.
  4. Salz und Pfeffer.
  5. Etwas Olivenöl.
  6. Und der Parmesan.
  7. Das Ganze solange wiederholen bis die Auflaufform fast voll ist.
  8. Dann statt des Parmesans, den in Scheiben geschnittenen Mozzarella darauf verteilen.
  9. Die Tomaten schneiden und auf den Mozzarella geben.
  10. Die restlichen Basilikumblätter obenauf drapieren.
  11. Noch einmal etwas Olivenöl.
  12. Et voila. Die Lasagne ist bereit für den Ofen.
  13. Die Gemüselasagne 30-40 Minuten backen.

diemaedchenkochenLasagne kurz vorm OfenLasagnec+e+lasagne

Am nächsten Morgen geht es zurück nach Hause. Glückselig.

Vier

Dazu empfehlen wir

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Nanc

„When I was 5 years old, my mother always told me that happiness was the key to life. When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up. I wrote down ‘happy’. They told me I didn’t understand the assignment, and I told them they didn’t understand life.“
– John Lennon
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Und wenn ich gerade nicht so glücklich bin, hat Kochen und Backen noch meistens geholfen.
Was wohl auch an den liebevollen Chaoten liegt, die in den Küchen dieser Stadt mit mir wirbeln.

  • Thomas

    Was für ein fantastischer Artikel mit bezaubernden Fotos! Und wo bitte ist dieses Stück Himmel auf Erden zu finden?!

    August 9th, 2017 12:16
    Reply
    01
    • Nancy

      Danke, Thomas! Das freut mich sehr. Das Haus ist in Schollene. Ich kann dir gerne die Kontaktdaten geben.
      Liebe Grüße

      August 9th, 2017 14:36
      Reply
      02

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